Project Canvas

PMI BB Chapter Meeting

PMI Chapter Berlin/Brandenburg Logo Nach Design Thinking im letzten Monat gab es gestern Abend wieder ein interessantes Meeting im PMI Chapter Berlin/Brandenburg. In der Berliner Chauseestraße gaben die kreativen Räume von meeet Mitte den passenden Rahmen für Prof. Dr. Frank Habermann und Karen Schmidt. Sie begannen mit einer kleinen Übung, in der sie zeigten, wie schlecht Menschen im Erfassen von Fakten sind. Jeder macht aus gegebenen Daten mit dem sogenannten „schnellen Denken” durch Vorbehalte und Interpretation eine erzählte Geschichte. Dazu kommt, dass jeder eine eigene fachliche Sicht auf das Projekt hat. Missverständnisse sind daher der natürliche Zustand und ein gemeinsames Verständnis muss explizit hergestellt werden.

Nach einer kurzen Vorstellung ihrer Methode „Project Canvas” wurden vier Projekte der Teilnehmer gewählt. In kleinen Gruppen wurde mit der Methode in Workshops gearbeitet.

Anschließend trafen sich alle Teilnehmer wieder im Pavillon, um begeistert die Erkenntnisse zu reflektieren. Frank Habermann und Karen Schmidt zeigten als kleines Schauspiel zusammen mit einem Teilnehmer die Gesprächsmethode „Thinkers Trio“, sprachen über „Over the Fence” und feierten fünf Jahre Anwendungserfahrung mit der Methode „Project Canvas”.

Herzlichen Glückwunsch!

Over the Fence

Prof. Dr. Frank Habermann und Karen Schmidt bieten auf Over the Fence Werkzeuge, um Projekte systematisch zu verstehen und besser zu gestalten. Der Open-Source-Dienst stellt verschiedene Ressourcen zu Verfügung, die frei unter einer Creative Commens Lizenz verwendet werden dürfen. Darunter auch die genutzte Methode „Project Canvas” oder das Manifesto for slow thinking in Projects.

Project Canvas

Over the Fence Project Canvas Die Projekt-Landkarte (Project Canvas) bietet Platz für die üblichen Eckdaten eines Projektes. Mit Klebezetteln werden darauf die Erkenntnisse und Fragen zu dem Projekt gemeinsam gesammelt. Die Methode folgt den Prinzipien des Design Thinking.

Die 42 Fragekarten (diese Fragen sind auch im Project Canvas eingetragen) gibt es bereits in der vierten Version. Durch die praktische Anwendung wurde die Sammlung der offenen Fragen in den fünf Jahren immer weiter verbessert. Sie geben dem Fragenden Autorität und schärfen das Bild des Projektes. So werden zum Beispiel eine fehlende Verantwortung oder widersprüchliche Ziele durch die vorgegebenen Fragen schnell sichtbar.

Dadurch, dass jeder Workshop-Teilnehmer nur ein Teil der Projekt-Landkarte bearbeitet, wird es für die Teilnehmer leichter. Der Prozess schreitet schneller voran, da sich nicht jeder in der Gruppe um alle Aspekte des Projekts kümmern muss. Und es wird kein Bereich vergessen.

Mit formalisierten Satzeinleitungen wie „Ich habe verstanden …” und „Mir ist unklar …” wird eine Hinwendung zur gemeinsamen Verständigung erzielt und persönliche Vorwürfe, Befindlichkeiten oder Schuldzuweisungen vermieden.

In einer Stunde wird die Sicht aller Beteiligten auf das Projekt deutlich geschärft und versteckt liegende Probleme frühzeitig sichtbar.

Wichtig ist es, dass der Projekteigentümer (Prof. Habermann: „Projekteigentümer - um auszudrücken Eigentum verpflichtet”) beteiligt ist. Ist er es nicht, haben zwar alle Beteiligten ein gemeinsames Projektverständnis, aber sonst gar nichts.

Nachtrag

Im PMI Berlin/Brandenburg Chapter ist der Rückblick: Projekt Canvas – Werkzeug zur gemeinsamen Projektdefinition - Chapter Event Berlin (21.06.2018) erschienen.